Neues aus dem Lesecafé im September

 Am 02.09.2026 fand wieder das beliebte Lesecafé in unserer Stadtteilbibliothek in Groß Klein statt. 



Benedict, Sophie: Grace und die Anmut der Liebe

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Da ich im Juli gerade in Monaco war, las ich nun die Biographie, ich war an den Orten, die hier eine Rolle spielten und interessierte mich deshalb für das Leben von Grace, die sehr beliebt war und viel bewegte, u.a., einen wunderschönen Park anlegen ließ im zugebauten Monaco. Hier erfuhr man nun: Wer war Grace Kelly?

Ein Mädchen aus Philadelphia, dessen größter Wunsch es war, die Anerkennung ihres Vaters zu erringen. Die etwas kränkliche Grace erlebte als Kind die stetige Schmach, als Versagerin der Familie betrachtet zu werden. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Kultur, insbesondere der Schauspielerei, während sich die restliche Familie als leidenschaftliche Sportler erweisen. Gegen den Widerstand ihrer Eltern besucht Grace in den 40er Jahren eine Schauspielschule in New York. Ein großer Erfolg wurde dann der Film „Über den Dächern von Nizza“ bei den Filmfestspielen von Cannes lernte sie Fürst Rainer kennen. Es war eine Chaotische Anreise, wegen eines Stromausfalls in Cannes hatte Grace Kelly nasse Haare und anfangs Probleme mit ihrer Kleidung. Sozusagen etwas zerfleddert, aber vielleicht deshalb gerade schön kam es zum 1. Treffen im Palast. Nach ihrer Abreise gab es einen intensiven Briefkontakt, dem dann wirklich ein Antrag von Fürst Rainer III. folgte. Fürst Rainier reiste im Dezember 1955 zu Besuch in die USA, wo er Grace einen Heiratsantrag machte. Schon im April 1956 folgte die Trauung in Monaco, eine Traumhochzeit von nun an waren Grace und Rainer das Traumpaar der Klatschpresse und aller Medien.

Ein stimmiges Portrait über eine sehr interessante Frau, so dass man die Welt der Grace Kelly als Leser nur ungern verlässt, das liegt auch an dem Erzählstil der Autorin.



Johannson, Lena: Aufgeben können die anderen

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Wir befinden uns im Frankreich des angehenden 20. Jahrhunderts. Die junge Alice ist eine begeisterte Schwimmerin, merkt, dass der Sport ihren Körper fordert und ihr guttut. Leider sind zu der Zeit für die Damenwelt nur gewisse Sportarten gesellschaftlich akzeptiert, starke Anstrengungen oder gar Wettkämpfe unter Frauen verpönt, scheinbar wider die weibliche Natur. Alice beginnt, sich für den Frauensport einzusetzen, ihr Traum ist, die Olympischen Spiele in sämtlichen Sportarten auch für die Frauen zu öffnen. Die Thematik dieses Romans fand ich sehr interessant.

Alice wächst in Nantes auf und geht dort aufs Mädchengymnasium, wo sie sich allerdings dem Sportunterricht verweigert, der lediglich leichte Gymnastikübungen für die Mädchen vorsieht. Doch ihr Freund Joseph bringt ihr mit Zustimmung der Eltern schwimmen bei und sie gibt sich diesem Sport gerne hin. Ihr weiterer Lebensweg führt sie nach Abschluss der Schule nach London, wo sie als Au-Pair arbeitet. Dort ist der Sport durchaus auch für Frauen möglich und in Alice keimt der Wille, dass 1920 bei den olympischen Spielen auch Frauen starten dürfen und zwar nicht nur in einzelnen Disziplinen.

Die Geschichte wird von 1898 bis 1922 erzählt, von Alice als Schülerin, Teenagerin, junger Frau, die ihre große Liebe Joseph trifft und schnell seine Leidenschaft für Sport, besonders das Schwimmen teilt. Mir war der Name Alice Milliat bis dahin unbekannt und auch die Geschichte der Sportvereine für Frauen sowie der Ersten Olympischen Frauenspiele, weil sie ja bei den „normalen“ Olympischen Spielen nicht zugelassen und nicht erwünscht waren, war mir nicht geläufig. In diesem Buch hat die Autorin nicht nur eine starke Frau auftreten lassen, die man hier besser kennenlernt, sondern auch ein vermutlich weniger bekanntes Gebiet aus dem Sport näher beleuchtet.



Sveistrup, Søren: Der Kuckucksjunge

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Nach dem Buch „Der Kastanienmann“, das auch sehr erfolgreich für Netflix als Serie produziert wurde, kam nun das Buch „Der Kuckucksjunge“ auf den Markt, inzwischen auch schon gerade neu von Netflix als Serie herausgebracht.

Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. Sveistrup versteht es, falsche Fährten zu legen und die Leser und Leserinnen in ihrer Wahrnehmung zu manipulieren.

Der Schreibstil ist fesselnd und intensiv, man merkt dem Autor seine Drehbuch-Erfahrung an. Die Grundstory ist, ein Stalker verunsichert Kopenhagen. Er verfolgt seine Opfer, schickt ihnen Bilder und Nachrichten in Form von Abzählreimen aufs Handy. „Hab dich“ ist die finale Nachricht, bevor er sein Opfer tötet. Zunächst sind es nur Frauen, die dem Täter zum Opfer fallen, doch dann stirbt der erste Mann. Wow! Was für ein Buch. Die knapp 700 Seiten sind zwar anfänglich beeindruckend, aber ich möchte keine einzige davon missen. Der Schreibstil ist so fesselnd, dass man wirklich das Buch kaum aus der Hand legen mag. Allein die Konstruktion der Handlung ist genial. Wechselnde Perspektiven und authentisch gezeichnete Figuren runden das Ganze ab. Man nimmt teil am Privatleben der Ermittler, aber in einer Dosis, die nicht stört, sondern die ganze Geschichte lebendiger macht. Aber nicht nur die Charaktere sind vielschichtig, sondern die gesamte Handlung. Die Ermittler Thulin und Hess sind ein tolles Team. Das Thema Stalking allein ist schon ein gruseliges Thema und löst beklemmende Gefühle aus. Aber hier leidet man richtig mit den Figuren. Was die Tätersuche angeht, so tappt man praktisch bis zum Ende im Dunklen. Es bleibt also bis zuletzt extrem spannend. Das Cover lehnt sich nicht nur an den Vorgängerband an, sondern passt auch gut zum Inhalt und ist sehr ansprechend. „Der Kuckucksjunge“ ist ein superspannender Thriller, der perfekt konstruiert ist.



Walsh, Rosie: Du musst mich vergessen

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Vor einigen Jahren las ich mal von Rosie Walsh „Ohne ein einziges Wort“, es begann seicht, dann aber faszinierte es mich, dieser neue Roman von Rosie Walsh konnte mich durchweg überzeugen. Die Kombination aus Liebesgeschichte und Spannung ist absolut gelungen.

Carrie ist glücklich mit ihrem Mann Robin und ihren Zwillingen. Zufällig findet sie im Internet ihren Ex-Mann wieder. Dieser wurde vor Jahren am Tag ihrer Hochzeit in Thailand verhaftet und Carrie wusste nicht einmal, dass er wieder frei ist. Ihre Welt gerät aus den Fugen.

Diese Liebe begann, die in eine nur eintägige Ehe mündete, in England, dort ist Carrie ist Ärztin, mit ihrem Beruf verheiratet und super ehrgeizig. In der Notaufnahme lernt sie den Schweden Johan kennen. Eine so schöne Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Als Johan durch seinen Job in Thailand ist, fliegt Carrie zu ihm und die Beiden heiraten dort am Strand. Alles scheint so gut zu sein, doch ein paar Stunden nach diesem Eheversprechen tauchen überfallartig Polizisten auf und verhaften Johan. Carrie kann es nicht fassen. Zusammen mit ihrer Mutter und Johans Familie versuchen sie Johan frei zu bekommen, erst einmal zu verstehen, was los ist...

Carrie wird den Rest ihres Lebens ohne Johan verbringen müssen...

Sie lernt Jahre später einen neuen Mann kennen, heiratet erneut und bekommt Zwillinge. Aber ist ihre Geschichte mit Johan wirklich zu Ende erzählt?? Ich habe schon lange nicht mehr eine solche Spannung in einer Liebesgeschichte gespürt. Leider kann ich gar nicht so sehr ins Detail gehen, um nicht zu viel zu verraten, man muss es einfach lesen!!

Wer emotionale Romane mit einer geheimnisvollen Handlung und einer Prise Thriller-Atmosphäre mag, dürfte an diesem Buch viel Freude haben.



Winkelmann, Andreas: Die Zwillinge (Moorland ; 1)

Bild: Knaur

Als bekennender Fan von Andreas Winkelmann war der Auftakt seiner neuen Reihe, „Moorland-Die Zwillinge“, ein absolutes Pflichtbuch für mich.

Die Prämisse ist ebenso unheimlich wie spannend: Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden bei einem Fotoausflug in einem Moor, das sie eigentlich gut kennen. Die Suche verläuft im Sande. Parallel dazu kehrt Kommissarin Malia Gold nach Jahren in ihre alte Heimat zurück, um den Dienst anzutreten.
Der Plot entwickelt schnell eine rasant Dynamik. Statt schneller Antworten liefert Winkelmann ein Verwirrspiel aus Verdächtigungen und Entlastungen, was die Spannung konsequent hochhält. Besonders fasziniert hat mich die Integration der Landschaft: Das Moor wird hier fast schon zu einem eigenen Charakter – lebendig, greifbar und herrlich düster.

Die Atmosphäre des nebligen, geheimnisvollen Moores war jedenfalls perfekt eingefangen. Dazu noch die kleine Dorfgemeinschaft, die ihre Geheimnisse birgt und eine Mauer des Schweigens bildet. Wer hier nicht geboren wurde, bleibt sein Leben lang ein „Zugezogener“. Einer der Hauptgründe warum man Kommissarin Malia Gold hierherschickt, um den Fall zu lösen, denn sie ist ja von hier, mit ihr reden die Einwohner.

Es gibt jede Menge falscher Fährten und man grübelt die ganze Zeit, wer der Täter sein könnte und was sein Motiv ist. Überhaupt ist die Spannung von Beginn an da und liegt das ganze Buch hindurch auf einem hohen Niveau. Das Buch weckt auf jeden Fall die Neugier.

Für mich war „Moorland – Die Zwillinge“ ein richtiges Thriller-Highlight. Der zweite Band „Die Braut“ soll bereits Anfang November 2026 erscheinen. Ich hoffe auf noch viele Fortsetzungen.



Michael Robotham: Wenn du mir gehörst

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Der jungen Londoner Polizistin Phil McCarthy steht eine große Karriere bevor. Bis sie zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen wird. Denn der Täter ist ein hochdekorierter Detektive, der seine Geliebte Tempe schwer misshandelt hat. Und als Phil diese zu schützen versucht, macht sie sich mächtige Feinde. Zumindest Tempe zeigt sich dankbar. Die beiden Frauen werden Freundinnen, sind bald unzertrennlich. Doch allmählich wird Phil misstrauisch. Etwas an der Geschichte der jungen Frau scheint nicht zu stimmen. Ist Tempe wirklich ein unschuldiges Opfer? Spätestens, als eine erste Leiche in Phils Umfeld auftaucht, weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann.

Ihr Weg zur Polizei war nicht einfach, kommt sie doch aus einer Familie die nicht unbedingt nach den Gesetzen lebt. Ihr Vater Immobilienentwickler und seine Brüder mit krimineller Vergangenheit.

Sie wird immer mehr von Tempe in Anspruch genommen, Tempe weiß immer wo sie ist und tut so als ob sie sich zufällig getroffen haben.

Eine Geschichte wie eine Person versucht sich in das Leben eines anderen hineinzubegeben.

Die am Anfang erfolgte häusliche Gewalt hat Phil auf den Detektiv fokussiert. Sie ist besessen von seiner Schuld, aber er hat viele Fürsprecher. Dann ist er tot und die Handlung nimmt einen interessanten Verlauf. Typisch für Robotham, super Geschichte, sehr lesenswert.




Michael Robotham: Die weiße Krähe

Der erst Thriller über Phil McCarthy erschien 2021 und nun 2025 eine Fortsetzung.

Bild: Goldmann
Die junge Polizistin Phil McCarthy hat es nicht leicht, als Tochter eines Kriminellen muss sie sich doppelt beweisen. Doch sie liebt ihren Beruf und setzt alles daran, Karriere zu machen. Eines Nachts, während einer routinemäßigen Streife, begegnet sie einem kleinen Mädchen, das allein durch die Straßen irrt. Phil bringt das Kind nach Hause, wo sich ihr ein schrecklicher Anblick bietet. Die Mutter des Mädchens sitzt tot in der Küche, gefesselt an einen Stuhl. Fast zeitgleich wird ganz in der Nähe ein brutaler Überfall auf den Ehemann der Toten verübt. Zwei grausame Verbrechen, die in Verbindung zu stehen scheinen, und ausgerechnet Phils Vater steht bald im Fokus der Ermittlungen.

Eine gelungene Fortsetzung der Geschichte um die junge Polizistin, die trotz ihres familiären Umfelds gerne Polizistin ist. Aber man kann auch seiner Familie nicht entkommen.


Das nächste Lesecafé findet am 02.12.2026 in der Stadtteilbibliothek in Groß Klein statt. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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