Ihre Seite der Geschichte

Bild: Piper Verlag

Sie standen oder stehen meist im Schatten ihrer prominenten Ehemänner und laut Verfassung gibt es sie eigentlich gar nicht: Deutschlands First Ladies.
First-Lady-Sein ist weder Job noch Amt und doch handelt es sich um Frauen auf einflussreichem Posten. Viele Aufgaben, die sie zu erfüllen haben, sind repräsentativ – so sollen sie gute Gastgeberinnen und würdige Vertreterinnen des Landes sein und sich nach Möglichkeit karitativ engagieren. Dabei entfalteten die Ehefrauen der Bundespräsidenten und Bundeskanzler der letzten siebzig Jahr ihre Macht und ihren Einfluss auf ganz unterschiedliche Weise.

So war beispielsweise Elly Heuss-Knapp Mitbegründerin des „Müttergenesungswerkes“, Wilhelmine Lübke entwickelte die Idee der Einführung von „Essen auf Rädern“, Mildred Scheel war Gründerin der „Deutschen Krebshilfe“ und Loki Schmidt setzte sich zeitlebens für den Natur- und Pflanzenschutz ein. Neben ihrem sozialen Engagement waren und sind sie für ihre Ehepartner aber auch wichtige Zuhörerinnen und Ratgeberinnen. Sie bringen sich ein, nehmen Anteil, beteiligen sich an Diskussionen um Themen, die die Menschen im Land bewegen.

In diesem Buch wird anhand der Frauen an der Spitze des Staates die Geschichte unseres Landes aus einem ungewohnten Blickwinkel betrachtet. Auch die Veränderungen der Geschlechterrollen und Familienbilder in Deutschland der letzten 70 Jahre werden sichtbar. Und zu guter Letzt erhalten wir einen Einblick hinter die Kulissen von Schloss Bellevue, in dem schon viele Staatsmänner- und -frauen der Welt empfangen wurden.

Mehr starke, einflussreiche und inspirierende Frauen finden Sie hier:


AH.

Wohl bekam's! - in hundert Menus durch die Weltgeschichte


Bildquelle: dtv Verlag
Bildquelle: dtv Verlag
Was speiste man auf der Titanic, was servierte Elvis Presley den Beatles?

Ein Blick auf die Teller bringt uns Geschichte näher als eine historische Abhandlung. Speisekarten beflügeln die Phantasie, sie zeigen uns, wie gefeiert und genossen wurde. Was kam zur Hochzeit Napoleon Bonapartes 1810 auf die Tafel? Was wurde bei einem Festmahl der Schneidergilde Londons im Jahr 1430 geschmaust? Welche Gerichte unterstützen die transatlantische Diplomatie unserer Tage? In einhundert Menus beleuchtet diese kulinarische Anthologie die Weltgeschichte. Der Leser sitzt immer mit an der Tafel: Erläuterungen zu den Ereignissen, den Gästen und den Gerichten flankieren jede Speisenfolge. (Quelle: dtv Verlag)


Gerichte, die die Welt veränderten

Im Rausch der Jahrhunderte : Alkohol macht Geschichte

Die Welt auf dem Teller : Inspirationen aus der Küche

Wohl bekam's! - in hundert Menus durch die Weltgeschichte



KW

Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Für Nachwendekinder, wie ich eines bin, ist es schwer nachzuvollziehen, was die Wende für die Eltern und Großeltern wirklich bedeutet. Über manche Dinge wird in den Familien gesprochen. Über manche nicht. Meistens bekommt man ein "Das kannst du nicht verstehen, du hast es nicht erlebt." zu hören, was bei manch einem das Interesse wachsen lässt und bei manch einem eben nicht. Manchmal kann dieses Thema sogar dazu führen, dass man betreten am heimische Kaffeetisch sitzt und insgeheim denkt "OMG, nicht schon wieder dieses Thema." Aber die Wende ist und bleibt ein Lebensteil vieler Menschen und umso schöner ist es, wenn man als "Nichtwissendes Nachwendekind" 😉 auf einen Roman stößt, der diese Wende-Zeit auf eine wundervolle Art und Weise zu beschreiben weiß. So auch in "Irgendwann werden wir uns alles erzählen" von Daniela Krien. 


Bildquelle: Ullstein Verlag

Zum Inhalt:

"Es gibt Dinge, die können gleich erzählt werden, andere haben ihre eigene Zeit, und manche sind unsagbar.

Sommer 1990, ein Bauerndorf nahe der deutsch-deutschen Grenze, die gerade keine mehr ist. Maria wird bald siebzehn, sie wohnt mit Johannes auf dem Hof seiner Eltern, in den "Spinnenzimmern" unterm Dach. Sie ist zart und verträumt, verkriecht sich lieber mit den Brüdern Karamasow, als in die Schule zu gehen. Auf dem Nachbarhof lebt der vierzigjährige Henner, allein. Die Leute aus dem Dorf sind argwöhnisch: Eine Tragik, die mit seiner Vergangenheit zu tun hat, umgibt ihn; gleichzeitig erregt seine charismatische Ausstrahlung Eifersucht. Ein zufälliger Blick eines Tages, eine zufällige Berührung an einem andern lösen in Maria eine Sehnsucht aus, die fremd und übermächtig ist und sie wie von höherer Gewalt geleitet in seine Arme treibt ..." (Verlagstext)

Von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd. Auch für junge Leser empfehlenswert und natürlich auch bei uns im Bestand. (Hier zum Katalog)


mg

I don't like Brexit

Schon seit vielen Jahren liebe ich die britische Insel. Angefangen hat es mit einem ‚Gartenurlaub‘. Wer Gärten liebt, kommt einfach nicht drum herum. Die Mannigfaltigkeit und Vielfalt englischer Gärten ist spektakulär und wenn man sich einmal mit dem Gartenvirus infiziert hat, ist man ein Leben lang Fan.  Die Briten sind schon ein besonderes Volk und manchmal für uns rätselhaft. Dass sie sich für einen Ausstieg aus der EU entschieden haben und ihren eigenen Weg gehen wollen, ist ein herber Rückschlag für die europäische Völkergemeinschaft. Ich persönliche bedaure das sehr.

Auf dem Weg die Briten zu verstehen, hilft uns Nele Pollatschek mit ihrem Buch „Dear Oxbridge“.

Quelle: Galiani Verlag


Der Untertitel „Liebesbrief an England“ verrät, dass die Autorin ebenso eine Bewunderin der britischen Insel ist. Schon in ihrer Jugend festigte sich der Wunsch, in England an einer der traditionellen Universitäten in Cambridge oder Oxford zu studieren. Sie hat es geschafft und somit einen tiefen Einblick in das Hochschulsystem  und den Campusalltag der britischen Eliten erhalten.

In ihrem Buch berichtet sie über das bizarre Verhalten der englischen Oberschichtstudenten, kommt der Abwasserwirtschaft und dem Pillenkonsum der Briten auf die Schliche, erzählt von Nächten zwischen High-Society-Partys und Bibliothek. Aus ihren Erfahrungen heraus versucht sie, die aktuellen Entwicklungen und Zusammenhänge zwischen historisch gewachsenen Privilegien und der Blindheit für soziale Verhältnisse zu erklären.

Dieses Buch ist ein besonderes im Reigen der Brexit-Bücher, denn Nele Pollatschek schreibt sehr klug, differenziert und voller Wärme und Witz. Es ist eine sehr unterhaltsame Lektüre.

 RK

Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst

Mein erster Nick Hornby wartete in Form eines schmalen Büchleins (nur 160 S.) bei den Neuerwerbungen in der Zentralbibliothek auf mich. 

Der Titel "Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst : eine Ehe in 10 Sitzungen", machte mich neugierig. Ich wollte wissen, wer hier gleich seine Sachen packen wollte und warum überhaupt.


Zum Inhalt:

Tom und Louise machen eine Paartherapie, denn nach vielen Ehejahren ist die Beziehung mehr oder weniger in eine Sackgasse geraten. Was die beiden umtreibt und wo der Hase im Pfeffer liegt, erfährt der Leser nach und nach von ihnen direkt – beim Warten auf die nächste Therapiesitzung im Pub gegenüber.

 

In Form von witzigen und pointierten Dialogen erfährt der geneigte Leser nach und nach, warum die Ehe der beiden eigentlich so im Argen ist. Das erfordert so manches Mal höchste Konzentration, da Hornby darauf verzichtet, hinter jedem Satz "sagte sie/ Louise" oder "sagte er / Tom" zu schreiben.
(Aber keine Sorge, man behält ganz gut den Überblick.)

Das Spannende ist, dass man von der Therapiesitzung an sich, relativ wenig mitbekommt. Das Paar trifft sich im Pub und bespricht von dort aus die Lage der Nation bzw. ihre Ehe. Und so ganz nebenbei lernen sie sich immer besser kennen und der Leser gleich mit:

"Dieses Spiel spiele ich nicht mit."

"Das ist kein Spiel", sagt Tom. "Sind wir ein Paar? Zwei gegen den Rest der Welt? Oder nicht?"

"Zwei gegen den Rest der Welt?", sagt Louise verächtlich.

"Das bedeutet Ehe für mich."

"Das hast du dir gerade ausgedacht. Wegen der Gipsmanschette. Wie passen denn die Kinder da rein?"

"Meistens bin ich gegen sie."

"Also, ich nicht."

"Dann sind es eben wir vier gegen den Rest der Welt."

"Aber das ist Familie, nicht Ehe."

"Du weißt schon, was ich meine."

"Ich hatte nie das Gefühl, dass wir beide gegen den Rest der Welt kämpfen..."

Ein kurzweiliger Roman, bei dem man oft, sehr oft schmunzeln kann und der einem die eigenen Probleme in der Beziehung so manches Mal überdenken lässt.

Außerdem eignet sich dieser schmale Band wunderbar als Einstieg in die Literatur von Nick Hornby und lädt dazu ein, weitere Bücher von ihm zu lesen.

KB