Süße oder saure Ahnen?
Familiengeschichte meets Halloween
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| Foto: privat |
Mitte Oktober. Graue
Tage führen bei mir zuweilen zu trüben Gedanken. Die eigene Vergänglichkeit
wird mir bewusst. „Wäre es nicht viel schöner statt zu grübeln, mich lieber einmal
damit zu beschäftigen, woher ich eigentlich komme?“ sinniere ich laut vor mich
hin. Der etwas beleidigt dreinschauende Kürbis
auf meinem Küchentisch antwortet nicht. Aber er hat auch keinen Mund. Mit
meinen zugegebenermaßen äußerst dilettantischen Schnitzkünsten bin ich noch
nicht weiter als bis zu seinen, nun fünfeckigen, Augen gekommen.Anstatt den armen Kürbis also weiter zu malträtieren, überlege ich, ob ich
vielleicht in den alten Kisten auf dem Dachboden Hinweise auf meine Vorfahren
finde. Dort oben gruselt es mich allerdings auch dann, wenn gerade kein Halloween
ist. Aber mir fällt ein, dass meine Großmutter irgendwas von alten Tagebüchern
erzählt hat. Und nun ist meine Neugier größer als meine Angst vor Spinnen. Mutig
steige ich
die knarrenden Stufen dorthin hinauf, wo es kistenweise alter Tagebücher längst verstorbener Generationen geben müsste. Vielleicht
haben sie mir ja ein paar spannende Familiengeschichten hinterlassen.
In Tagebüchern einen Anfang für die
Familienforschung zu entdecken, wäre prima, weil Anfragen an Archive zu
Personenstandsunterlagen, Kirchenbüchern sowie Straßen- und Telefonverzeichnissen ebenso wie gängige Datenbanken (international: ancestry) oder gar Erbenermittler
oftmals recht kostspielig sind.
Auf  |
| Foto: privat |
dem Dachboden angekommen, finde ich tatsächlich zwischen zwei eingestaubten alten
Truhen, eine mit dicken Spinnenweben behangene geheimnisvolle Holzkiste.
Ich traue mich kaum zu ihr. Denn oben in der Dachschräge beäugen mich zwei hungrig
wirkende Fledermäuse.
Und wer weiß? Vielleicht geistern ja doch meine Ahnen
als Untote gerade heute hier oben herum. Die Kelten
glaubten zumindest daran, dass zu Halloween die Grenzen zwischen den Welten
schwindet. Zitternd wage ich mich an die klapprige Kiste, von der ich vermute,
dass meine Vorfahren in dickeren Büchern und dünnen Heftchen, aber auch auf einfachen
Zetteleien ihre Gedanken verewigt haben. Ich öffne sie und heraus kommen zwar
keine schlafenden Geister, aber ... viele Mäuse.
Schwitzend schleppe ich
das gesamte Schriftzeugs neben den, auf mich nicht wirklich wartenden, Kürbis auf
meinem Küchentisch. Bei der darauffolgenden Suche in bröselnden Papieren nach
Verwandten, von denen ich bisher nichts wusste, erlebe ich bereits die erste unschöne
Überraschung: Ich habe nicht nur Schwierigkeiten, all die Informationen meiner
Urgroßmütter und Urgroßväter einigermaßen chronologisch zu sortieren, sondern
ich kann die so heroisch gefundenen Tagebücher nicht einmal lesen. Denn daran
habe ich nicht gedacht: Alle Aufzeichnungen sind natürlich in ihrer Zeit und
somit in altdeutscher Schrift verfasst und Kurrent-
oder andere Schriften vorheriger Zeiten kann ich nur mühevoll oder gar nicht
entziffern. Das liegt aber nicht an den Lampen in der Küche, die plötzlich
flackern. Ich schrecke hoch - blitzartig schießt mir eine Idee in den Kopf:
Vielleicht werde ich ja dort, wo ich meine Kürbisse verdiene, fündig. Ich
bekomme eine schöne Gänsehaut, denn: In der Stadtbibliothek Rostock wird ein
Sortiment vorgehalten, mit dem ich mich gut durch meine Ahnenforschung
hangeln kann. Und diese Medien möchte ich Euch heute gern vorstellen, damit Ihr so wie
ich, bei der Beschäftigung mit Eurer Familiengeschichte gut durch die graue
Jahreszeit kommt!
Meine Buchtipps:
Wenn die Geister, die Sie gerufen haben, allzu sehr durcheinandergeraten:
Ahnenforschung ist spannend und interessant:
Woher kam meine Familie? Habe ich noch Verwandte, die ich nicht kenne?
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Dieser Ratgeber hilft Ihnen dabei, die Ursprünge Ihrer Familie systematisch zu ergründen. Mit vielen praktischen Tipps und Tricks!
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Wenn die Kurrentschrift Sie das Fürchten lehrt:
Das Buch für Einsteiger in die deutsche Schreibschrift:
Auch Neulinge schaffen mit diesem Buch problemlos den Einstieg in die deutsche Schreibschrift (Kurrent). Das Lehrbuch gliedert sich in zwei Abschnitte: Im Leseteil wird auf der Grundlage der "Kurrent" der Jahrhundertwende das Erfassen der Buchstaben vom Einzelwort zum geschlossenen Text geübt. Originaltexte aus drei Jahrhunderten können entschlüsselt werden - zur Überprüfung und zum Nachschlagen ist die Lösung im Anhang abgegeben. Im Schreibteil liegt der Schwerpunkt auf der Offenbacher Schrift von Rudolf Koch und Martin Hermersdorf, aber auch die Formen der Sütterlin und die Handschrift des vorigen Jahrhunderts mit den dazugehörigen Schreibwerkzeugen werden vorgestellt. Als Ergänzung ist das Übungsbuch gedacht, das mit Buchstabengruppen und Wörtern zum Nachschreiben auf vorgedruckten Linien dem didaktischen Aufbau des Lehrbuches folgt.
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• Kohärenz- und Plausibilitätskontrolle
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Wie gesagt, die Kelten....
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...glaubten, dass die Ahnen selbst, nach Süßen oder Saurem fragen!
Gruselige Halloween, wünscht Ihnen, Il. Sc.