Süße oder saure Ahnen? 
Familiengeschichte meets Halloween


Foto: privat 
Mitte Oktober. Graue Tage führen bei mir zuweilen zu trüben Gedanken. Die eigene Vergänglichkeit wird mir bewusst. „Wäre es nicht viel schöner statt zu grübeln, mich lieber einmal damit zu beschäftigen, woher ich eigentlich komme?“ sinniere ich laut vor mich hin. Der etwas beleidigt dreinschauende Kürbis auf meinem Küchentisch antwortet nicht. Aber er hat auch keinen Mund. Mit meinen zugegebenermaßen  äußerst dilettantischen Schnitzkünsten bin ich noch nicht weiter als bis zu seinen, nun fünfeckigen, Augen gekommen.

Anstatt den armen Kürbis also weiter zu malträtieren, überlege ich, ob ich vielleicht in den alten Kisten auf dem Dachboden Hinweise auf meine Vorfahren finde. Dort oben gruselt es mich allerdings auch dann, wenn gerade kein Halloween ist. Aber mir fällt ein, dass meine Großmutter irgendwas von alten Tagebüchern erzählt hat. Und nun ist meine Neugier größer als meine Angst vor Spinnen. Mutig steige ich                                                                                                      

die knarrenden Stufen dorthin hinauf, wo es kistenweise alter Tagebücher längst verstorbener Generationen geben müsste. Vielleicht haben sie mir ja ein paar spannende Familiengeschichten hinterlassen.

In Tagebüchern einen Anfang für die Familienforschung zu entdecken, wäre prima, weil Anfragen an Archive zu Personenstandsunterlagen, Kirchenbüchern sowie Straßen- und Telefonverzeichnissen ebenso wie gängige Datenbanken (international: ancestry) oder gar Erbenermittler oftmals recht kostspielig sind.

Auf 
 Foto: privat
dem Dachboden angekommen, finde ich tatsächlich zwischen zwei eingestaubten alten Truhen, eine mit dicken Spinnenweben behangene geheimnisvolle Holzkiste. Ich traue mich kaum zu ihr. Denn oben in der Dachschräge beäugen mich zwei hungrig wirkende
Fledermäuse. Und wer weiß? Vielleicht geistern ja doch meine Ahnen als Untote gerade heute hier oben herum. Die Kelten glaubten zumindest daran, dass zu Halloween die Grenzen zwischen den Welten schwindet. Zitternd wage ich mich an die klapprige Kiste, von der ich vermute, dass meine Vorfahren in dickeren Büchern und dünnen Heftchen, aber auch auf einfachen Zetteleien ihre Gedanken verewigt haben. Ich öffne sie und heraus kommen zwar keine schlafenden Geister, aber ... viele Mäuse.


Schwitzend schleppe ich das gesamte Schriftzeugs neben den, auf mich nicht wirklich wartenden, Kürbis auf meinem Küchentisch. Bei der darauffolgenden Suche in bröselnden Papieren nach Verwandten, von denen ich bisher nichts wusste, erlebe ich bereits die erste unschöne Überraschung: Ich habe nicht nur Schwierigkeiten, all die Informationen meiner Urgroßmütter und Urgroßväter einigermaßen chronologisch zu sortieren, sondern ich kann die so heroisch gefundenen Tagebücher nicht einmal lesen. Denn daran habe ich nicht gedacht: Alle Aufzeichnungen sind natürlich in ihrer Zeit und somit in altdeutscher Schrift verfasst und Kurrent- oder andere Schriften vorheriger Zeiten kann ich nur mühevoll oder gar nicht entziffern. Das liegt aber nicht an den Lampen in der Küche, die plötzlich flackern. Ich schrecke hoch - blitzartig schießt mir eine Idee in den Kopf: Vielleicht werde ich ja dort, wo ich meine Kürbisse verdiene, fündig. Ich bekomme eine schöne Gänsehaut, denn: In der Stadtbibliothek Rostock wird ein Sortiment vorgehalten, mit dem ich mich gut durch meine Ahnenforschung hangeln kann. Und diese Medien möchte ich Euch heute gern vorstellen, damit Ihr so wie ich, bei der Beschäftigung mit Eurer Familiengeschichte gut durch die graue Jahreszeit kommt!


Meine Buchtipps:

Wenn die Geister, die Sie gerufen haben, allzu sehr durcheinandergeraten:

Ahnenforschung ist spannend und interessant: 
Woher kam meine Familie? Habe ich noch Verwandte, die ich nicht kenne? 
Immer mehr Menschen betreiben die Erforschung der eigenen Familiengeschichte als Hobby, stoßen dabei aber rasch an Grenzen. 
Dieser Ratgeber hilft Ihnen dabei, die Ursprünge Ihrer Familie systematisch zu ergründen. Mit vielen praktischen Tipps und Tricks! 
(Verlagstext)








Wenn die Kurrentschrift Sie das Fürchten lehrt: 


Das Buch für Einsteiger in die deutsche Schreibschrift:  
Auch Neulinge schaffen mit diesem Buch problemlos den Einstieg in die deutsche Schreibschrift (Kurrent). Das Lehrbuch gliedert sich in zwei Abschnitte: Im Leseteil wird auf der Grundlage der "Kurrent" der Jahrhundertwende das Erfassen der Buchstaben vom Einzelwort zum geschlossenen Text geübt. Originaltexte aus drei Jahrhunderten können entschlüsselt werden - zur Überprüfung und zum Nachschlagen ist die Lösung im Anhang abgegeben. Im Schreibteil liegt der Schwerpunkt auf der Offenbacher Schrift von Rudolf Koch und Martin Hermersdorf, aber auch die Formen der Sütterlin und die Handschrift des vorigen Jahrhunderts mit den dazugehörigen Schreibwerkzeugen werden vorgestellt. Als Ergänzung ist das Übungsbuch gedacht, das mit Buchstabengruppen und Wörtern zum Nachschreiben auf vorgedruckten Linien dem didaktischen Aufbau des Lehrbuches folgt.
(Verlagstext)                                                                                                                                                                                                                                                                        

Wenn die Erstellung eines Familien-Stammbaums bei Ihnen nur Grauen erweckt:                                                              


Mit der umfangreichen Genealogie-Software erstellen, verwalten und präsentieren Sie unkompliziert Ihre Familiengeschichte und haben selbst komplexe Stammbäume bequem und sicher im Griff: 

• Einfache Benutzerführung und übersichtliche Oberfläche
• Integration von Fotos, Schriftstücken, Audio- und Videoclips
• Ergänzung von Anmerkungen, Medien-, Quellen- und Zeugendaten bei Personenereignissen
• Vielfältige Darstellungsmöglichkeiten und Druckoptionen
• Neu: Zusätzliche Stammbaumillustrationen, auch für große Formate
• Neu: Verfolgen des Familiennamens im Stammbaum
• Übernahme der Familiendaten aus Version 8.0 und 9.0 sowie Import aus früheren Stammbaum-Versionen und aus anderen Genealogie-Programmen über das Ge-DCom-Format
• Kohärenz- und Plausibilitätskontrolle
• Effektive Suchfunktion
(Verlagstext)

  

Wenn Familienzwiste zu Gruselgeschichten werden:


Möchten auch Sie Ihre Familiengeschichte niederschreiben und Erlebtes für die Nachwelt bewahren? 
Dann ist dies das richtige Buch für Sie. Es informiert leicht verständlich, wie Sie Ihre Familienschichten oder Ihre Autobiografie schreiben können. Sie erfahren, was in eine Familiengeschichte hineingehört und was nicht, wie Sie sich an Ihr Leben und das der Familie erinnern können, wie die Inhalte strukturiert und die Erinnerungen aufgeschrieben werden. Anleitungen zum Überarbeiten des Manuskripts sowie für den Umgang mit zukünftigen Lesern runden den Schreibratgeber ab.
(Verlagstext)








       Wie gesagt, die Kelten....

Foto: privat

...glaubten, dass die Ahnen selbst, nach Süßen oder Saurem fragen!
Gruselige Halloween, wünscht Ihnen, Il. Sc.


Einstimmung

Alsbald wird es mich für eine Woche nach Schottland verschlagen.
Ungeachtet dessen, dass mein inneres Kind vor Freude Purzelbäume schlägt, fällt es dem erwachsenen Gedankenpalast auf meinen Schultern häufig schwer von jetzt auf gleich von Arbeit auf Urlaub zu schalten.
Was dabei unterstützen soll: eine sachte Einstimmung auf das Reiseziel. Jedoch nicht in Form von drögen, Fakten aneinandereihenden Touriführern. Nein, das fühlt sich zu sehr nach Pauken und nicht nach Erhohlung an. Zum Glück gibt es bessere Alternativen:

www.play-europa.de

Mal ehrlich, nur weil man "erwachsen" ist, muss man sich ja nicht nur den hard stuff geben. Binden Sie doch mal ihr kindliches Ich ein! Auch wenn es anfangs schwer fällt, aber am Ende wird es sich lohnen.
Wie kaum ein anderes Land steht Schottland für verfallene Burgen und Schlößer und darin herumspukende Bewohner. Und wer hätte es gedacht: genau an einen solchen Ort verschlägt es die Fünf Freunde.
Vielleicht sollte ich in Edinburgh eine der zahlreichen Gruseltouren buchen?



Okay, okay, ich will von der Arbeit wegkommen, aber tue mir dann Arbeit an? Für alle die es noch nicht wussten: Menschen, die in einer Bibliothek arbeiten, leiden oft unter dem freiwilligen Zwang im Urlaub andere Bibliotheken zu besichtigen. Hängt wohl irgendwie zusammen mit Leidenschaft und so ... who knows ...
Eine frisch promovierte Paläographin erhält die Möglichkeit alte Manuskripte an der St. Andrews Universität zu untersuchen. Diese enthalten Geheimnisse, für die manche Leute töten würden.
Wie gut, dass ich tatsächlich beabsichtige in meinem Urlaub St. Andrews und die Universität, an der sich William und Kate kennenlernten, zu besichtigen. Wo geht es hier bitte zur Bibliothek?


www.arthaus.de

Nach Hören und Lesen, noch etwas zum Schauen:
Der Literaturverfilmung - nach dem autobiographischen Roman von Amy Liptrot - gelingt es, die raue Natur der kargen Orkneyinseln einzufangen und gleichzeitig das Freiheitsgefühl wiederzugeben, welches die Protagonistin, Rona, nach der Rückkehr in ihre Heimat neu entdeckt.
Auch wenn ich dieses Mal vor allem in Städten unterwegs bin, so ist es doch die einsame Natur Schottlands, die mich immer wieder lockt: windumtoste Heidekrauthügel, wellengepeitschte Steilklippen. Hier darf ich atmen, hier bin ich frei.





SeSa

„Was kommt? Was bleibt?" - Deutscher Buchpreis 2026

Spannung auf dem deutschsprachigen Buchmarkt ist auch in diesem Jahr wieder angesagt. Am 11. August 2026 wurden die Nominierten - die sogenannte LONGLIST - für den diesjährigen Deutschen Buchpreis bekannt gegeben. Aus 205 Titeln, die zwischen Oktober 2025 und dem 8. September 2026 erschienen sind, hat die Jury ihre Auswahl getroffen. 



Seit dem 8. September steht nun auch die SHORTLIST fest, die 6 Romane, die weiterhin eine Chance auf den Deutschen Buchpreis haben. Jurysprecherin Cornelia Geißler äußert sich wie folgt zur Auswahl:

„Was kommt? Was bleibt? So unsicher die Gegenwart auch sein mag, erweist sie sich doch als Nährboden für eine großartige Literatur. Die sechs Romane der Shortlist zeugen davon. Sie schärfen den Blick auf Vergangenes. Sie deuten auf politische Verbrechen und zeigen den Kampf dagegen in zaghaften oder waghalsigen Schritten. Sie erzählen von Träumen und Möglichkeiten des Individuums, den eigenen Weg zu gehen, die Gesetze der Wissenschaft zu nutzen, die Freiheit der Kunst zu spüren und ein Miteinander zu erproben. Wir lesen auf vielfach unerwartete Weise von Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und Gewalt. Wir sind begeistert davon, welch ästhetischer Reichtum in diesen Büchern steckt, welche Sprachlust. Und es gibt immer noch Grund zu lachen.“


Foto: Lena Everding



Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres 2026 aus. Welcher Roman das sein wird, erfahren wir unmittelbar vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse am 5. Oktober 2026.



Alle Titel sind bestellt und noch nicht angezeigte Titel finden nach ihrer Einarbeitung den Weg ins Regal und den Katalog. Viel Freude beim Lesen und immer einen Grund zum Lachen wünscht C.G.


Neues aus dem Lesecafé im September

 Am 02.09.2026 fand wieder das beliebte Lesecafé in unserer Stadtteilbibliothek in Groß Klein statt. 



Benedict, Sophie: Grace und die Anmut der Liebe

Bild: atb
Da ich im Juli gerade in Monaco war, las ich nun die Biographie, ich war an den Orten, die hier eine Rolle spielten und interessierte mich deshalb für das Leben von Grace, die sehr beliebt war und viel bewegte, u.a., einen wunderschönen Park anlegen ließ im zugebauten Monaco. Hier erfuhr man nun: Wer war Grace Kelly?

Ein Mädchen aus Philadelphia, dessen größter Wunsch es war, die Anerkennung ihres Vaters zu erringen. Die etwas kränkliche Grace erlebte als Kind die stetige Schmach, als Versagerin der Familie betrachtet zu werden. Ihre ganze Leidenschaft gilt der Kultur, insbesondere der Schauspielerei, während sich die restliche Familie als leidenschaftliche Sportler erweisen. Gegen den Widerstand ihrer Eltern besucht Grace in den 40er Jahren eine Schauspielschule in New York. Ein großer Erfolg wurde dann der Film „Über den Dächern von Nizza“ bei den Filmfestspielen von Cannes lernte sie Fürst Rainer kennen. Es war eine Chaotische Anreise, wegen eines Stromausfalls in Cannes hatte Grace Kelly nasse Haare und anfangs Probleme mit ihrer Kleidung. Sozusagen etwas zerfleddert, aber vielleicht deshalb gerade schön kam es zum 1. Treffen im Palast. Nach ihrer Abreise gab es einen intensiven Briefkontakt, dem dann wirklich ein Antrag von Fürst Rainer III. folgte. Fürst Rainier reiste im Dezember 1955 zu Besuch in die USA, wo er Grace einen Heiratsantrag machte. Schon im April 1956 folgte die Trauung in Monaco, eine Traumhochzeit von nun an waren Grace und Rainer das Traumpaar der Klatschpresse und aller Medien.

Ein stimmiges Portrait über eine sehr interessante Frau, so dass man die Welt der Grace Kelly als Leser nur ungern verlässt, das liegt auch an dem Erzählstil der Autorin.



Johannson, Lena: Aufgeben können die anderen

Bild: atb
Wir befinden uns im Frankreich des angehenden 20. Jahrhunderts. Die junge Alice ist eine begeisterte Schwimmerin, merkt, dass der Sport ihren Körper fordert und ihr guttut. Leider sind zu der Zeit für die Damenwelt nur gewisse Sportarten gesellschaftlich akzeptiert, starke Anstrengungen oder gar Wettkämpfe unter Frauen verpönt, scheinbar wider die weibliche Natur. Alice beginnt, sich für den Frauensport einzusetzen, ihr Traum ist, die Olympischen Spiele in sämtlichen Sportarten auch für die Frauen zu öffnen. Die Thematik dieses Romans fand ich sehr interessant.

Alice wächst in Nantes auf und geht dort aufs Mädchengymnasium, wo sie sich allerdings dem Sportunterricht verweigert, der lediglich leichte Gymnastikübungen für die Mädchen vorsieht. Doch ihr Freund Joseph bringt ihr mit Zustimmung der Eltern schwimmen bei und sie gibt sich diesem Sport gerne hin. Ihr weiterer Lebensweg führt sie nach Abschluss der Schule nach London, wo sie als Au-Pair arbeitet. Dort ist der Sport durchaus auch für Frauen möglich und in Alice keimt der Wille, dass 1920 bei den olympischen Spielen auch Frauen starten dürfen und zwar nicht nur in einzelnen Disziplinen.

Die Geschichte wird von 1898 bis 1922 erzählt, von Alice als Schülerin, Teenagerin, junger Frau, die ihre große Liebe Joseph trifft und schnell seine Leidenschaft für Sport, besonders das Schwimmen teilt. Mir war der Name Alice Milliat bis dahin unbekannt und auch die Geschichte der Sportvereine für Frauen sowie der Ersten Olympischen Frauenspiele, weil sie ja bei den „normalen“ Olympischen Spielen nicht zugelassen und nicht erwünscht waren, war mir nicht geläufig. In diesem Buch hat die Autorin nicht nur eine starke Frau auftreten lassen, die man hier besser kennenlernt, sondern auch ein vermutlich weniger bekanntes Gebiet aus dem Sport näher beleuchtet.



Sveistrup, Søren: Der Kuckucksjunge

Bild: Goldmann
Nach dem Buch „Der Kastanienmann“, das auch sehr erfolgreich für Netflix als Serie produziert wurde, kam nun das Buch „Der Kuckucksjunge“ auf den Markt, inzwischen auch schon gerade neu von Netflix als Serie herausgebracht.

Schon die ersten Seiten von „Der Kuckucksjunge“ haben mich in eine düstere, beklemmende Atmosphäre hineingezogen. Der Thriller lebt von seiner unheilvollen Grundstimmung, die sich Seite für Seite hält. Sveistrup versteht es, falsche Fährten zu legen und die Leser und Leserinnen in ihrer Wahrnehmung zu manipulieren.

Der Schreibstil ist fesselnd und intensiv, man merkt dem Autor seine Drehbuch-Erfahrung an. Die Grundstory ist, ein Stalker verunsichert Kopenhagen. Er verfolgt seine Opfer, schickt ihnen Bilder und Nachrichten in Form von Abzählreimen aufs Handy. „Hab dich“ ist die finale Nachricht, bevor er sein Opfer tötet. Zunächst sind es nur Frauen, die dem Täter zum Opfer fallen, doch dann stirbt der erste Mann. Wow! Was für ein Buch. Die knapp 700 Seiten sind zwar anfänglich beeindruckend, aber ich möchte keine einzige davon missen. Der Schreibstil ist so fesselnd, dass man wirklich das Buch kaum aus der Hand legen mag. Allein die Konstruktion der Handlung ist genial. Wechselnde Perspektiven und authentisch gezeichnete Figuren runden das Ganze ab. Man nimmt teil am Privatleben der Ermittler, aber in einer Dosis, die nicht stört, sondern die ganze Geschichte lebendiger macht. Aber nicht nur die Charaktere sind vielschichtig, sondern die gesamte Handlung. Die Ermittler Thulin und Hess sind ein tolles Team. Das Thema Stalking allein ist schon ein gruseliges Thema und löst beklemmende Gefühle aus. Aber hier leidet man richtig mit den Figuren. Was die Tätersuche angeht, so tappt man praktisch bis zum Ende im Dunklen. Es bleibt also bis zuletzt extrem spannend. Das Cover lehnt sich nicht nur an den Vorgängerband an, sondern passt auch gut zum Inhalt und ist sehr ansprechend. „Der Kuckucksjunge“ ist ein superspannender Thriller, der perfekt konstruiert ist.



Walsh, Rosie: Du musst mich vergessen

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Vor einigen Jahren las ich mal von Rosie Walsh „Ohne ein einziges Wort“, es begann seicht, dann aber faszinierte es mich, dieser neue Roman von Rosie Walsh konnte mich durchweg überzeugen. Die Kombination aus Liebesgeschichte und Spannung ist absolut gelungen.

Carrie ist glücklich mit ihrem Mann Robin und ihren Zwillingen. Zufällig findet sie im Internet ihren Ex-Mann wieder. Dieser wurde vor Jahren am Tag ihrer Hochzeit in Thailand verhaftet und Carrie wusste nicht einmal, dass er wieder frei ist. Ihre Welt gerät aus den Fugen.

Diese Liebe begann, die in eine nur eintägige Ehe mündete, in England, dort ist Carrie ist Ärztin, mit ihrem Beruf verheiratet und super ehrgeizig. In der Notaufnahme lernt sie den Schweden Johan kennen. Eine so schöne Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Als Johan durch seinen Job in Thailand ist, fliegt Carrie zu ihm und die Beiden heiraten dort am Strand. Alles scheint so gut zu sein, doch ein paar Stunden nach diesem Eheversprechen tauchen überfallartig Polizisten auf und verhaften Johan. Carrie kann es nicht fassen. Zusammen mit ihrer Mutter und Johans Familie versuchen sie Johan frei zu bekommen, erst einmal zu verstehen, was los ist...

Carrie wird den Rest ihres Lebens ohne Johan verbringen müssen...

Sie lernt Jahre später einen neuen Mann kennen, heiratet erneut und bekommt Zwillinge. Aber ist ihre Geschichte mit Johan wirklich zu Ende erzählt?? Ich habe schon lange nicht mehr eine solche Spannung in einer Liebesgeschichte gespürt. Leider kann ich gar nicht so sehr ins Detail gehen, um nicht zu viel zu verraten, man muss es einfach lesen!!

Wer emotionale Romane mit einer geheimnisvollen Handlung und einer Prise Thriller-Atmosphäre mag, dürfte an diesem Buch viel Freude haben.



Winkelmann, Andreas: Die Zwillinge (Moorland ; 1)

Bild: Knaur

Als bekennender Fan von Andreas Winkelmann war der Auftakt seiner neuen Reihe, „Moorland-Die Zwillinge“, ein absolutes Pflichtbuch für mich.

Die Prämisse ist ebenso unheimlich wie spannend: Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden bei einem Fotoausflug in einem Moor, das sie eigentlich gut kennen. Die Suche verläuft im Sande. Parallel dazu kehrt Kommissarin Malia Gold nach Jahren in ihre alte Heimat zurück, um den Dienst anzutreten.
Der Plot entwickelt schnell eine rasant Dynamik. Statt schneller Antworten liefert Winkelmann ein Verwirrspiel aus Verdächtigungen und Entlastungen, was die Spannung konsequent hochhält. Besonders fasziniert hat mich die Integration der Landschaft: Das Moor wird hier fast schon zu einem eigenen Charakter – lebendig, greifbar und herrlich düster.

Die Atmosphäre des nebligen, geheimnisvollen Moores war jedenfalls perfekt eingefangen. Dazu noch die kleine Dorfgemeinschaft, die ihre Geheimnisse birgt und eine Mauer des Schweigens bildet. Wer hier nicht geboren wurde, bleibt sein Leben lang ein „Zugezogener“. Einer der Hauptgründe warum man Kommissarin Malia Gold hierherschickt, um den Fall zu lösen, denn sie ist ja von hier, mit ihr reden die Einwohner.

Es gibt jede Menge falscher Fährten und man grübelt die ganze Zeit, wer der Täter sein könnte und was sein Motiv ist. Überhaupt ist die Spannung von Beginn an da und liegt das ganze Buch hindurch auf einem hohen Niveau. Das Buch weckt auf jeden Fall die Neugier.

Für mich war „Moorland – Die Zwillinge“ ein richtiges Thriller-Highlight. Der zweite Band „Die Braut“ soll bereits Anfang November 2026 erscheinen. Ich hoffe auf noch viele Fortsetzungen.



Michael Robotham: Wenn du mir gehörst

Bild: Goldmann
Der jungen Londoner Polizistin Phil McCarthy steht eine große Karriere bevor. Bis sie zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen wird. Denn der Täter ist ein hochdekorierter Detektive, der seine Geliebte Tempe schwer misshandelt hat. Und als Phil diese zu schützen versucht, macht sie sich mächtige Feinde. Zumindest Tempe zeigt sich dankbar. Die beiden Frauen werden Freundinnen, sind bald unzertrennlich. Doch allmählich wird Phil misstrauisch. Etwas an der Geschichte der jungen Frau scheint nicht zu stimmen. Ist Tempe wirklich ein unschuldiges Opfer? Spätestens, als eine erste Leiche in Phils Umfeld auftaucht, weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann.

Ihr Weg zur Polizei war nicht einfach, kommt sie doch aus einer Familie die nicht unbedingt nach den Gesetzen lebt. Ihr Vater Immobilienentwickler und seine Brüder mit krimineller Vergangenheit.

Sie wird immer mehr von Tempe in Anspruch genommen, Tempe weiß immer wo sie ist und tut so als ob sie sich zufällig getroffen haben.

Eine Geschichte wie eine Person versucht sich in das Leben eines anderen hineinzubegeben.

Die am Anfang erfolgte häusliche Gewalt hat Phil auf den Detektiv fokussiert. Sie ist besessen von seiner Schuld, aber er hat viele Fürsprecher. Dann ist er tot und die Handlung nimmt einen interessanten Verlauf. Typisch für Robotham, super Geschichte, sehr lesenswert.




Michael Robotham: Die weiße Krähe

Der erst Thriller über Phil McCarthy erschien 2021 und nun 2025 eine Fortsetzung.

Bild: Goldmann
Die junge Polizistin Phil McCarthy hat es nicht leicht, als Tochter eines Kriminellen muss sie sich doppelt beweisen. Doch sie liebt ihren Beruf und setzt alles daran, Karriere zu machen. Eines Nachts, während einer routinemäßigen Streife, begegnet sie einem kleinen Mädchen, das allein durch die Straßen irrt. Phil bringt das Kind nach Hause, wo sich ihr ein schrecklicher Anblick bietet. Die Mutter des Mädchens sitzt tot in der Küche, gefesselt an einen Stuhl. Fast zeitgleich wird ganz in der Nähe ein brutaler Überfall auf den Ehemann der Toten verübt. Zwei grausame Verbrechen, die in Verbindung zu stehen scheinen, und ausgerechnet Phils Vater steht bald im Fokus der Ermittlungen.

Eine gelungene Fortsetzung der Geschichte um die junge Polizistin, die trotz ihres familiären Umfelds gerne Polizistin ist. Aber man kann auch seiner Familie nicht entkommen.


Das nächste Lesecafé findet am 02.12.2026 in der Stadtteilbibliothek in Groß Klein statt. 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

AS | US

Demenz - Was nun?

Die Diagnose „Demenz“ ist für Betroffene und Angehörige eine Herausforderung. Oft kommen Sorgen, Ängste und Fragen auf. Wie geht es weiter? Was passiert mit mir? Was machen wir jetzt?

Unser Bibliotheksbestand bietet für diese Situation ein breit gefächertes Angebot, von Informationen über Berichte von Betroffenen und Angehörigen bis zu Vorlesegeschichten für Menschen mit Demenz und natürlich auch Bilderbüchern, die Kindern vermitteln sollen, was gerade passiert. 

Titel zum Thema in der Stadtbibliothek Rostock!


Bildquelle: Penguin

„In seinem umfassenden Buch beleuchtet Prof. Dietrich Grönemeyer, neben den wirkungsvollen Präventionsmöglichkeiten, welche Hoffnungen wir in die Forschung setzen können. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Medizin, Psychologie und Ernährung zeigt er, wie Demenz frühzeitig erkannt und verlangsamt werden kann, und wie wir bestmöglich mit der Erkrankung umgehen. Am besten gemeinsam!“

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Bildquelle: dtv

„Als Jo Failer mit 51 Jahren die Diagnose »Alzheimer Frühform« erhält, steht er noch mitten im Alltag: berufstätig, Vater von zwei kleinen Kindern, umgeben von vielen Freunden. Sein Buch ist der Versuch, die Krankheit sichtbar zu machen, solange er es noch kann. Nicht durch Statistiken, nicht durch Klischees – sondern durch echte, persönliche Momente.“

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Bildquelle: Brunnen Verlag

„Ulrike Strätling weiß, wie sie Erinnerungen von Demenzpatienten wachrufen kann. Kleidung und Mahlzeiten, Farben und Gefühle, Natur und Jahreszeiten Allerlei Alltagserfahrungen werden in kurze, humorvolle Episoden verpackt, sodass Zuhörer und Betreuer mit Freude bei der Sache sind. Darum "funktionieren" ihre Geschichten, wie immer wieder bestätigt wird.“

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Bildquelle: Oetinger

„Bennys Opa macht seit einiger Zeit seltsame Dinge: Er verlegt allerlei Krams, erfindet neue Wörter und stellt sogar seine Schuhe in den Kühlschrank! Und wenn Benny ihn darauf anspricht, wird Opa sauer oder ganz traurig. Aber Benny versteht inzwischen, was los ist: Opa Bär hat eine Krankheit, bei der er vieles vergisst. Doch auch wenn es manchmal nicht leicht ist, schaffen die beiden es immer wieder, gemeinsam zu lachen.“

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Texte: Auszüge aus der Produktbeschreibung, buchhandel.de

S.Schn